Diensthunderassen (German)
Bei der Suche nach einem geeigneten Familienmitglied entscheiden sich viele Menschen immer wieder auch für sogenannte Diensthunderassen – oftmals leider ohne sich vorab über die Eigenschaften und Wesenszüge dieser Hunde ausgiebig informiert zu haben.
Vorab eine kurze Erläuterung, was die Autorin als Diensthunderasse definiert. Dazu zählen für mich all jene Hunderassen, die zumeist im Polizei- und Militärdienst eingesetzt werden und wurden. Ich möchte hier unbedingt eine Grenze zu den sogenannten Arbeitshunderassen ziehen, die noch diverse andere Caniden, wie zum Beispiel die Hüte- und Schäfer-, aber auch die Herdenschutzhunde umfassen. Mir geht es in diesem Beitrag tatsächlich nur um jene Hunde, die für spezielle Wach- und Schutzdienste gedacht sind. Zu diesen Rassen zählen neben dem bekanntesten Vertreter, dem Deutschen Schäferhund, vor allem der Rottweiler, der Dobermann und der Belgische Schäferhund (Malinois, Groenendael, Tervueren und Laekenois), aber auch der Riesenschnauzer, der Airedaleterrier und der Tschechoslowakische Wolfhund. Während der Großteil dieser Rassen vor allem im Polizeidienst zu finden sind, wurde der Tschechoslowakische Wolfhund während des „Kalten Krieges“ vor allem als Armeehund zur Sicherung der tschechoslowakischen Grenze eingesetzt. Eine Aufgabe, die innerhalb Deutschlands auch lange Zeit vor allem dem Deutschen Schäferhund zufiel. Wer sich über die einzelnen Rassen ausführlicher informieren möchte, dem empfehle ich die Webseite des VDH (https://www.vdh.de/home/) und die Kurzporträts der Polizei Sachsen (https://www.polizei.sachsen.de/de/7617.htm). Über den TWH informiert der Club für Tschechoslowakische Wolfhunde (https://www.twhclub.de/) ausführlich.
Wer mit einem dieser Hunde liebäugelt sollte wissen: Alle diese Hunderassen müssen körperlich, aber auch geistig ausgelastet werden. Auch wenn sie alle meist viel Will-to-Please mitbringen – den Tschechoslowakischen Wolfhund mal außen vor gelassen – weisen sie neben ihren Wach- und Schutzeigenschaften ein ausgesprochenes Territorialverhalten auf und gehen im Ernstfall vorwärts. Zudem bringen sie eine niedrige Reizschwelle mit, heißt: Der Hund reagiert bereits auf schwache beziehungsweise leichte Reize. Dem muß mit einer gewissenhaften Erziehung und Ausbildung entgegengewirkt werden. Vor allem bei den sogenannten Diensthunderassen ist es unerläßlich, dass sie auf Anweisungen Folge leisten. Dies gilt auch für das Verhalten in den eigenen vier Wänden. Da diese Hunde ursprünglich für Schutzaufgaben gedacht waren, ist es wichtig, dass man ihnen von Anfang an beibringt, dass Familienmitglieder oder Freunde willkommene Gäste sind. Offene Zauntüren oder Tore, wenn sich der Hund frei auf dem Grundstück bewegen darf, sind da keine gute Idee. Auch wenn Rassen wie der Deutsche Schäferhund durchaus relativ leicht erziehbar sind, sind sie trotzdem keine Anfängerhunde. Absolut gar nicht in Anfängerhände gehört der Tschechoslowakische Wolfhund, der noch einige weitere Herausforderungen mit sich bringt.
Bitte informiert Euch vorher, solltet Ihr mit dem Gedanken spielen, Euch eine sogenannte Diensthunderassen zulegen zu wollen. Der VDH, als Dachverband für das deutsche Hundewesen, und seine Vereine sind da die beste Anlaufstelle, um sichere Infos aus erster Hand zu den einzelnen Rassen zu erhalten.
Der Artikel steht auch als PDF zum Download bereit.


